Präsidientagung der deutschsprachigen Frauenverbände
Für eine zukunftsfähige Kirche und Welt
Es ist guter Brauch, dass sich die Führungsfrauen der deutschsprachigen katholischen Frauenverbände aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol in regelmäßigen Abständen austauschen. Dabei bestimmen die aktuellen gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Themen die inhaltlichen Schwerpunkte. Über den Bildschirm ist es gelungen am 29. und 30. Januar 2021 mit 14 Frauen aus den Vorständen der fünf Verbände unter dem Motto „Macht und Teilhabe“ digital zusammenzukommen.
Das Anliegen nach echter Geschlechtergerechtigkeit ist ein wichtiges Ziel und verbindendes Element der Frauenverbände. Die Präsidien bekräftigten an diesem Wochenende ihr Ziel, die Macht-Ungleichheit in der katholischen Kirche zu überwinden. Denn überall dort, wo eine Gruppe von der Macht ausgeschlossen ist, kommt es zu einer folgenreichen Schieflage und zu Machtmissbrauch. Die Präsidien wollen aktiv mitgestalten im Sinne des Evangeliums, parteiisch für Gerechtigkeit.
Es ist wichtig, dass Frauen ihre Berührungsängste gegenüber dem Thema Macht verlieren und dass Macht für Frauen kein Tabuthema mehr ist. Macht bedeutet immer auch Gestaltungmöglichkeiten zu haben, um sich für eine glaubwürdige Kirche, für die gleiche Würde aller Menschen, unabhängig vom Geschlecht einzusetzen und dabei immer auch in einem Gesprächsprozess zu bleiben, der der gemeinsamen Suche nach Antworten auf die gegenwärtige Situation der Kirche dienen soll.
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die Sorge um den Klimawandel und deren Folgen. Konkrete Schritte hin zu mehr Klimagerechtigkeit wurden vorgestellt.
Im Rahmen der Tagung wurde auch das im November 2020 herausgegebene Buch „Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche“ vorgestellt. Im Buch kommen 23 Frauen zu Wort, die von Missbrauch berichten, den sie selbst oder ihre Angehörigen als Erwachsene im Raum der katholischen Kirche erlebt haben. Es ist ein erschütterndes Buch, das noch einmal aufzeigt, dass das Thema „Macht und Teilhabe“ eines der grundlegenden Themen in all unseren Reformbemühungen sein muss.
Fazit der Tagung: Die Verbundenheit über die Ländergrenzen hinaus bestärkt, die diskutierten Themen sind nicht länderspezifisch.
Mit freundlicher Unterstützung von:



