Vanuatu: Kleines Land im großen Meer

24.02.2021
Vanuatu: Kleines Land im großen Meer

Hand aufs Herz: Wer weiß wo Vanuatu liegt? Zu unbekannt und zu klein ist das Südseeparadies im Pazifischen Ozean zwischen Australien, Neuseeland und den Fidschi-Inseln. Die Fläche der ca. 83 Inseln ist nicht einmal doppelt so groß wie Südtirol. Das Meer aber, das die Inseln umschließt und auf das Vanuatu Anspruch erhebt, ist 2 ½ mal so groß wie die Fläche Deutschlands.

„Worauf bauen wir?“, mit diesen Worten laden die Frauen aus Vanuatu am Freitag, 5. März zum ökumenischen Weltgebetstag ein, der in rund 170 Ländern gefeiert wird. Ein weiteres Fenster in die Welt wird geöffnet. Im gemeinsamen Anliegen wird 24 Stunden rund um den Globus gebetet und durch „Informiertes Beten und Betendes Handeln“ ein Zeichen der Solidarität gesetzt.

Die christlichen Frauen von Vanuatu stellen das Gleichnis vom Hausbau im Matthäusevangelium in den Mittelpunkt ihres Gottesdienstes: Der Kluge baut sein Haus auf Felsen, es trotzt den Stürmen und hat Bestand. Der Törichte baut sein Haus auf Sand, es wird vom Sturm zerstört und vergeht. Vanuatu ist im buchstäblichen Sinne „auf Sand gebaut“ und vom Untergang bedroht! Denn das durch den Klimawandel ausgelöste Ansteigen des Meeresspiegels wird zum Überfluten und weitest gehenden Verschwinden der Inseln führen.

Im Jahre 2018 hat die Regierung von Vanuatu beschlossen, vor den Internationalen Gerichtshof zu ziehen, um jene Länder zu klagen, die den Klimawandel verursachen. Wie weitreichend ein solcher Schritt hin zu Klimagerechtigkeit sein könnte, lässt sich nur erahnen. Genau in dieser Situation antworten die vanuatuischen Frauen: Wenn dir alles unter den Füßen weggezogen wird, wenn der Boden, auf dem du stehst und lebst, zu verschwinden droht, gerade dann brauchst du einen festen Halt. Dann braucht dein Leben ein Fundament, das auf Dauer trägt. Sie wollen sich und andere ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sind. Es geht ihnen auch darum, weltweit zu einem neuen Handeln zu kommen, das allen Menschen eine Zukunft ermöglicht.