Zeitgenössische sakrale Kunst - Kunstwettbewerb

25.06.2020
1. Preis - Werk von Martina Stuflesser

Der Kunstwettbewerb, der im Vorjahr von Südtiroler Künstlerbund und Katholischen Männerbewegung in Zusammenarbeit mit der Katholischer Frauenbewegung und Südtirols Katholischer Jugend ausgeschrieben wurde, ist zum Abschluss gekommen. Eine fünfköpfige Fachjury ermittelte unter den 177 vollständig eingereichten Werken die neun Preisträger*innen. Diese wurden am gestrigen Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Alle 177 Werke sind bis Samstag, 4. Juli, in der Kunstgalerie Prisma in Bozen zu sehen, dienstags bis samstags von 10 bis 14 Uhr. Die Galerie ist für das interessierte Publikum frei zugänglich. Die Siegerprojekte werden vom 4. bis 22. November 2020 in der Stadtgalerie Bozen und voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt in Trier ausgestellt werden.

Erstplatzierte ist Martina Stuflesser mit ihrem Werk "Stecknadeln auf blauer Schürze".     Auf blauem Stoff zentriert die in Gröden geborene und dort lebende Künstlerin mit Stecknadeln ein Kreuz. Je nach Lichteinfall ist das Kreuz von Glanz und Schimmer umhüllt. Das Kreuz als starkes Symbol der Christenheit zwingt sich in dieser künstlerischen Bearbeitung nicht auf, ja, es hat nahezu etwas Friedliches an sich. Aber Kreuz bedeutet auch Schmerz. Die Stecknadeln verkörpern die Dornenkrönung und Kreuzigung Christi, gleichzeitig auch den Schmerz der Menschheit, in unserer Zeit. „Das Kreuz in seiner abstrakten Darstellung gehört dem Betrachter und lässt es `begreiflich` machen“, lautet die Botschaft der Künstlerin. Diese Botschaft wird verstärkt durch den traditionellen blauen Schurz, der als Bildträger dient.

Zweitplazierter ist Hubert Kostner mit einem Holzfiguren-Konzept und Dritte ist Mirijam Heiler mit einer Interpretation von Kirchenfenstern.