Gedanke:
„Ich vergleiche Kirche mit einer Familie: Ältere, junge, einsatzfreudige, empfindliche, schwache, starke, mutige und verzagte Frauen und Männer bilden die kirchliche Gemeinde. Miteinander, manchmal auch mit weniger gegenseitigem Verständnis, doch ist es bereichernd, gemeinsam Kirche zu leben und erleben.“
Luise Trocker Wörndle
Impuls:
Familie ist für mich: Menschen, die mir nahestehen, von denen ich lerne, die mich prägen. Familie ist Gemeinschaft, eine Kraftquelle. Ein Ort, wo ich Masken ablegen und sein kann, wie ich bin. Ein Ort der Geborgenheit, der gegenseitigen Unterstützung, der Liebe und auch des Schmerzes. Ein Ort für Auseinandersetzungen und verschiedene Meinungen, die ernstgenommen werden, damit Neues entstehen kann. Ein Ort der Begegnung auf Augenhöhe, wo Mutter, Vater, Schwester und Bruder gleichwertig sind und wo Herz vor Gehorsam kommt.
Ich versuche, mein Bild von Familie mit dem der Kirche in Einklang zu bringen. Einiges passt nicht zusammen: Weil Frauen und Männer immer noch nicht gleichwertig sind, wackelt für mich das Bild „Kirche ist Familie“. Weil vielen Menschen durch die Kirche großes Unrecht widerfahren ist, das nicht wirklich als solches anerkannt wird, wackelt es. Weil unterschiedliche Meinungen viel zu selten wirklich ernstgenommen werden und dadurch schwerlich Neues entstehen kann, wackelt es.
Aber es fällt nicht aus dem Rahmen. Es hängt nur schief. Ich will bleiben und nicht müde werden, beizutragen, es gerade zu rücken bzw. den Wandel zu einer aufgeschlossenen und jesuanischen Kirche mit zu ermöglichen. Viel Gutes ist bereits geschehen!
Lidia Pellegrini



